Detail VII; Detail V
Öl auf Leinwand, 40x30 cm, 2012

Detail II; Detail IV
Öl auf Leinwand, 40x30 cm, 2012

NY window I; NY window II
Öl auf Leinwand, 90x60 cm, 2012

Details

(2012-2015), Öl auf Leinwand


Eine spätere und für die heutige Arbeit wesentliche Entwicklung war der Transfer dieser architektonischen „Figuren“ von außen in einen Innenraum, wobei die grobe Ausschnitthaftigkeit beibehalten wurde. Fast unbeschwert gemalt, wurde ihr Strich organisch, gestisch offen und dabei malerisch attraktiv. Ein Ding nun bis zur Unkenntlichkeit zermalt, ist nur noch im Ansatz ein Gegenstand, lediglich Anhaltspunkt visueller, dinghafter Handhabe (ein Wandteller vor grüner Tapete etwa). Seit damals spricht die Malerin vom „Löschen“ der Bilder. Manche Farben sind in ihrer Palette bis heute erhalten, etwa ein flaschengrüner oder orangefarber Fond, die Palette Pulinas aber verdunkelte sich zunehmend. Schwindet die Farbe kann sich ein Bild entleeren oder Form kann generell an Dynamik zunehmen. Im Falle Pulinas passiert beides, charakteristisch wurde aber das Primat der Form. „Löschen“ kann heißen: kühne, einfache Setzung reduziert das Gemälde oft bis zur Grundform: eine dunkle Fläche - ein Bild!? Glanzflecken - ein Gegenstand!? Ein paar Rechtecke - eine Ausstellung!? Eine Linie am Bildrand - ein Rahmen!? Spielen da kunsthistorische Fragen in die Bilder hinein? Malt Sandra Pulina auch Kunstgeschichte? Ist da eine Auseinandersetzung vom Bildermachen nach den letzten Bildern - als Malerei - verhandelt (wie spätestens seit Ad Reinhardts Diktum)?

 

Klaus Merkel,

Sammeln und Malen - das Bild in der Wiederholung und in seinen Rahmen. Zur Malerei von Sandra Pulina, Münster 2012.